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Auf der Suche nach Heilung und innerem Frieden

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EIN Geist

Sonntag, 31. Mai 2026


Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. 2 Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. 3 Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. 4 Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab. 5 In Jerusalem aber wohnten Juden, fromme Männer aus allen Völkern unter dem Himmel. 6 Als sich das Getöse erhob, strömte die Menge zusammen und war ganz bestürzt; denn jeder hörte sie in seiner Sprache reden. 7 Sie waren fassungslos vor Staunen und sagten: Seht! Sind das nicht alles Galiläer, die hier reden? 8 Wieso kann sie jeder von uns in seiner Muttersprache hören: 9 Parther, Meder und Elamiter, Bewohner von Mesopotamien, Judäa und Kappadokien, von Pontus und der Provinz Asien, 10 von Phrygien und Pamphylien, von Ägypten und dem Gebiet Libyens nach Kyrene hin, auch die Römer, die sich hier aufhalten, 11 Juden und Proselyten, Kreter und Araber - wir hören sie in unseren Sprachen Gottes große Taten verkünden. 12 Alle gerieten außer sich und waren ratlos. Die einen sagten zueinander: Was hat das zu bedeuten? 13 Andere aber spotteten: Sie sind vom süßen Wein betrunken (Apg 2, 1-13).

Eine Woche zu spät im Netz: die Pfingsterzählung aus der Apostelgeschichte. Tatsächlich hat mich erst der Besuch des Pfingstfestivals des Kurses in Wundern in Bad Meinberg animiert, den neutestamentlichen Text intensiver wahrzunehmen.

Was ist damals geschehen?

Im getrennten Bewusstsein scheinen sich Menschen durch ihre Körper voneinander zu unterscheiden. Sie sprechen je nach Herkunft eine andere Sprache, die ihnen eine besondere Identität verleiht.
In dieses getrennte Bewusstsein hinein fährt der Heilige Geist Gottes mit einer unglaublichen Macht, mit einer Urgewalt (ein Brausen vom Himmel her, wie ein Sturm) und entfacht in den Anwesenden etwas, das einem Feuer gleicht (Zungen wie von Feuer auf einen jeden von ihnen).
Die Wirkung ist über alle Maßen überraschend, ja erschreckend: Sie reden plötzlich in anderen Sprachen und werden so von Herbeiströmenden unterschiedlicher Herkunft ohne Probleme verstanden.

Was hat das zu bedeuten?

Hier ist etwas geschehen, das der analytische Verstand nicht begreifen kann. Er sagt: Es kann nicht sein, dass sich Menschen unterschiedlicher Herkunft und Sprache plötzlich verstehen können.
Wie soll das gehen?
Da ist ganz offensichtlich etwas am Werk, das die irdische Ebene des getrennten Bewusstseins übersteigt. In den vom Heiligen Geist Erfüllten wird etwas erinnert, wachgerufen, das lange, lange in der menschlichen Evolution verschüttet war: die Erkenntnis von liebender Einheit. Das, was einst symbolisch beim Turmbau zu Babel, einer alttestamentlichen Erzählung zur „Sprachverwirrung“ (Gen 11,1-9), getrennt wurde, findet im Pfingstereignis seine Auflösung. Die Menschen erkennen sich als das, was sie immer schon waren: EIN SELBST, EIN GEIST - vereint mit ihrem Schöpfer.

Geht es hier um eine vergangene Geschichte, um etwas, das mit uns im Jahr 2026 wenig zu tun hat?

Wir dürfen uns an dieser Stelle erinnern, dass Zeit eine Illusion ist. Im getrennten Bewusstsein des Verstandes braucht es die Zeit, um Erfahrungen zu ermöglichen, um ein Vorher und Nachher in Beziehung setzen zu können, wohingegen es im göttlichen Bewusstsein immer nur das JETZT gibt.
Auch hier streikt der Verstand mal wieder. Wie soll das gehen?
Während er, der Verstand, den horizontalen Zeitstrahl aus Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft seinem analytischen Denken zugrunde legt, stehen der göttlichen Wahrnehmung vertikal unendliche Möglichkeiten im EINEN JETZT zur Verfügung, vielleicht mit unserem Verstand, sofern überhaupt möglich, vorstellbar als Verschachtelung, als Tiefendimension eines einzigen Punktes, eines Moments, eines Augenblicks.
Im EINEN JETZT trifft sich also alles: Anfang und Ende fallen gleichermaßen zusammen – der glückliche Ausgang von allem, was ist, ist also gewiss, so Jesus im Kurs. Wie viele Leben wir auch brauchen mögen, aus dem Traum des illusionären Ego-Denksystems zu erwachen: Früher oder später wird es geschehen – auch wenn es derzeit noch Unzählige gibt, die zu den Spöttern des Pfingstereignisses zählen, die die vom Geist Erfüllten als betrunken wahrnehmen.

Ich habe sehr bewegende Pfingst-Momente in Bad Meinberg erlebt. Alte und junge Menschen, die den EINEN Geist in sich haben wahrnehmen können. Menschen, die zumindest für eine kleine Weile der Zeit entwichen sind und sich auf den Heiligen Moment der Gottesbegegnung eingelassen haben. Menschen, die sonst wahrgenommene Grenzen ihres Verstandes im liebevollen Miteinander überwunden haben.

Es ist, was mich betrifft, immer noch ein Stück des Weges, bis ich den Himmel, die Wirklichkeit Gottes, hinter der uns bekannten Welt dauerhaft erkennen kann. Die Momente häufen sich, das ist deutlich zu erkennen, werden irgendwann miteinander verschmelzen, bis die Wahrnehmung nur noch aus reiner Liebe besteht. Denn der glückliche Ausgang von allem, was ist, ist gewiss. Welche Aussicht!


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